Ovid Metamorphosen
Die Geschichten aus Ovids Metamorphosen bilden den Ausgangspunkt einer freien künstlerischen Auseinandersetzung. Aus der Erinnerung an die mythologischen Erzählungen entstehen Bilder, die sich zwischen literarischer Überlieferung und persönlicher Imagination bewegen. Die Motive folgen keiner linearen Erzählung, sondern verbinden einzelne Erinnerungsfragmente zu einer eigenständigen Bildwelt.
Vertraute mythologische Gestalten erscheinen in ungewohnten Zusammenhängen: Eine Spinne wird zum Gewebe, ein Stein zum Träger verborgener Lebendigkeit, eine Blüte verbindet pflanzliche und menschliche Körperlichkeit. Die Bilder greifen diese Motive auf, lösen sie aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und führen sie in eine neue, gegenwärtige Bildsprache über.
Die Photogravure verbindet fotografische Bildgebung mit dem traditionellen Tiefdruckverfahren. Das Bild wird in die Druckplatte übertragen und mit hohem Druck ins Papier geprägt. Die materielle Spur des Drucks wird so zu einem wesentlichen Bestandteil der Arbeit. Jeder Abzug ist ein Unikat, das die Bildidee in einer eigenen, körperlichen Form bewahrt.
Das Projekt entstand während eines weiteren Artist-in-Residence-Programms in Amsterdam. Im Sommer setzte ich mich dort intensiv mit alten Drucktechniken auseinander, frischte bereits erworbene Kenntnisse auf und vertiefte meine praktische Auseinandersetzung mit der Photogravure.








