O.K.! – But is it photography?
3D / AI / Expanded Photography
Galerie 52 / Folkwang Universität der Künste
9.1.26 – 17.1.26
Eröffnung und Künstler*innengespräch: 8.1.2026, 18 Uhr
DJ-Set: DJ-Vixi, Bar mit KI-Cocktails
Durch die Einführung von 3D-Technologien und künstlicher Intelligenz erfährt die fotografische Authentizität einen paradigmatischen Wandel.
Neue digitale Tools schleichen sich in traditionelle Bildästhetik ein und verschieben die Grenzen dessen, was bisher als Fotografie verstanden wurde.
Es stellt sich die Frage, ob der Begriff „Fotografie“ unter heutigen technologischen Bedingungen noch zeitgemäß ist oder bereits als historisch gelten kann.
Die Ausstellung O.K.! – But is it Photography? versteht sich als Experimentierfeld. Sie zielt stärker auf die Formulierung von Fragen als auf die Bereitstellung von Antworten. Gezeigt werden 15 fotografiebasierte Arbeiten und transmediale Projekte, die als „expanded photography“ digitale, bildnerische Mittel, Apparate und Systeme selbstreferentiell spiegeln und kritisch analysieren. Produktionsprozesse und erweiterte Distributionstechniken können für Fotografien heute eine entscheidendere Rolle spielen als das Bild selbst, ebenso wie die immer komplexer werdenden Algorithmen, welche die Rezeptionskanäle determinieren.
Im Rahmen der Gruppenausstellung präsentiere ich eine Arbeit, die Ovids „Metamorphosen“ als Ausgangspunkt für eine zeitgenössische Untersuchung von Verwandlung nutzt. KI-basierte Bildwelten werden in historische Drucktechniken übersetzt und mit gerenderten 3D-Objekten verwoben. Körper, Technik, Mythos und Lust treten in ein instabiles Geflecht, in dem sich Grenzen zwischen Bild, Materialität und Imagination zunehmend auflösen.
Die gezeigten Positionen eröffnen Debatten darüber, welche Mittel nötig sind, um nicht nur die Glaubwürdigkeit fotografiebasierter Inhalte zu sichern, sondern auch deren Existenzberechtigung zu verteidigen. Dabei geraten Fragen nach einer neuen Bildethik in den Fokus, genauso wie die Konditionen, denen bildgebende Verfahren unterliegen. Die künstlerischen Strategien, die sich aus diesen Bedingungen entwickeln sind ebenso vielfältig wie herausfordernd.
Stellen wir uns in Zukunft die Frage: Dürfen wir heute fotografieren oder müssen wir wieder prompten? (AMé, Dezember 2025)